Erzarzt Jonathan Meese im Dresdener Staatsschauspiel
Seit dem 3.3.2011 möchte Jonathan Meese nicht mehr Künstler genannt werden, sondern Erzarzt oder Wachtmeister. Das erklärte Meese mit aller Deutlichkeit und in unzähliger Wiederholung in einem Video, dass er zu seiner Rede gestern im Dresdener Staatsschauspiel zeigte.
Das Dresdner Staatsschauspiel und die Sächsische Zeitung geben in der Reihe Dresdner Reden Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wissenschaft eine Bühne. Am gestrigen Sonntag stand Jonathan Meese auf der großen Bühne und verkündete in einem exzentrischen Rausch die Diktaur der Kunst. Eine radikale Rede in der er seine Manifeste zur Machtergreifung der Kunst rezitierte. Dass Jonathan Meese die unheimlichsten Diktatoren der Geschichte studiert hat, um sich genügend Gehör beim Volk verschaffen zu können, war nicht zu übersehen oder zu überhören. Im schwarzen Uniformledermantel und flammender, energischer, schreiender Rezitationsweise machte er es den Dresdnern unmissverständlich klar: Kniet vor keinem nieder, aber gehorcht totalst nur der Kunst. Großer Beifall aber auch vorzeitig flüchtende Zuhörer zeigten die Polarisationsmacht des Jonathan Meese. Das für die Rede herausgegebene vierseitige Manifest, fast sehr gut die Idee der Diktaur der Kunst zusammen.